Es geht wirklich noch schlimmer

Natürlich meine ich den Peinlichkeitsfaktor im diesjährigen Skiurlaub. Ich habe mir ja mit Maskotchenknuddeln und schreiender Halfpipe-Abfahrt schon sehr große Mühe gegeben. Aber es gibt tatsächlich Mütter, die das ganze noch topen können. Allerdings verzichte ich in diesem Fall gerne auf den Treppchenplatz, denn das dazugehörige Kind, wird es seiner Mutter wohl nie verzeihen. Und bei all dem Spaß will ich schon noch, dass mein Sohn mich grundlegend vergöttert.

Manche Mütter sind halt etwas übermotiviert. Allerdings möchte ich ihnen nicht absprechen, dass sie eigentlich nur das Beste für ihr Kind wollen. Was halt nur manchmal tüchtig in die Hosen geht. So auch in diesem Fall. Und der unumstrittene 1.Platz für die übermotivierteste Mutter geht an:

Also fangen wir mal von vorne an, damit ihr das Bild, dass sich mir bot, auch vor Euch sehen könnt. Denn ich habe natürlich nun genau in diesem Moment keine Kamera zur Hand gehabt und selbst wenn, hätte ich eher nicht abgedrückt.

Eine Talabfahrt in St.Johann enthält eine sehr langgezogene Ebene, die man nur mit ordentlich Schwung und einer mutigen Schussfahrt meistern kann. Ich hatte sie, glaube ich, als meine Angstabfahrt im letzten Blog umschrieben und kein bisschen übertrieben.

Wenn man nun, wie ich, ausreichend Schwungmasse mitbringt und auch den nötigen Mut für eine ordentliche Schussfahrt hat, schafft man diese Ebene locker. Wenn man allerdings zu den skifahrenden Kindern dieser Welt gehört, wird es schwierig und man kann sehr viel Zeit damit verbringen, Skilanglauf mit Abfahrtsskiern zu üben oder sich einen Zieher oder Schieber suchen.

Georg löst das Problem übrigens, indem er schon von weiter oben mit Schuss losfährt und während der Schussfahrt mit den Armen die Luft nach hinten wedelt, damit er noch mehr Schwung bekommt. Funktioniert nur bedingt, sieht aber total süß aus.

Vielleicht ahnt ihr es schon, die übermotivierte Mutter wollte an dieser Stelle ihrer Tochter hilfreich unter die Arme greifen und das nicht nur im übertragenen Sinn. Sie wollte ein nützlicher Schieber sein.

Sicherlich gibt es irgendeine passende Gleichung um die Geschwindigkeit der Tochter mit der der Mutter ins Verhältnis zu setzen, um abzuschätzen, ob dies eine wirklich gute Idee ist. Die erstplatzierte Mutter hat sich aber darüber keine Gedanken gemacht, sondern wollte schlicht nur ihre Tochter von hinten in voller Fahrt einfangen und ein Stück mitnehmen.

Kennt ihr das Gefühl?
Ich hab’s kommen sehen.

Doch es kam wirklich noch schlimmer. Die Mutter raste von hinten auf ihre fast parkende Tochter mit sagen wir mal Lichtgeschwindigkeit und hob die Tochter augenblicklich aus beiden Skier, womit der Plan schon mal als gescheitert galt. Und dann krachte die Tochter mit dem Gesicht voran auf den Schnee und die Mutter fuhr über ihre liegende Tochter und noch ein Stück weiter.

Man muss dazu erwähnen, dass in dieser Woche kein locker flockiger Pulverschnee auf der Piste war. Sondern dank Regen und Nachtfrost eher so eine Oberfläche wie gefrorenes Schmirgelpapier.

Ich schätze, wenn die Tochter nun gefragt wird, ob ihr Ski fahren Spaß macht, kommt lange Zeit kein ganz so eindeutiges „Ja“.
Also ein wirklich verdienter erster Platz, den ich nicht hätte gewinnen wollen.

Mein Sohn dagegen hat parallel fliegen, skifahren, Schwung holen und laufen gelernt und dafür immer noch so ein hübsches Gesicht. Und ich habe gelernt, dass man es für die Mission der Mutterverpeinlichung nicht übertreiben sollte. Aber ich schätze, die andere Mutter folgt meinen Blog nicht und war somit nicht vorbereitet.

Zurück zu meiner lustigen Familie. Wir haben den Urlaub nun ohne Knochenbrüche, Schürfwunden und neuen Aua’s beendet und trotz Muskelkater würden wir alle vier sofort wieder in die Gondel steigen.

Georg wird nun Skilehrer, wenn er groß ist, und hat schon mal an uns geübt. Was ich von ihm gelernt habe, ist:

1. Niemals Angst haben.

2. Immer cool drein schauen und nie ängstlich schreien.

3. Hauptsache man bekommt eine Medaille, egal welchen Platz man belegt.

4. Man kann auch ohne Sprizz spritzig abfahren.

Jetzt sind wir wieder zu Hause, können für den nächsten Skiurlaub sparen und träumen uns Schnee und Berge her. Leipzig hat doch dieses Jahr noch nicht ein einziges Mal Schnee gesehen. Das macht mich doch etwas nachdenklich.

Denn wenn mein Kind nun Skilehrer werden will, wir hier weder Berge noch Schnee haben, bedeutet dies, dass mein Kind mich demnächst verlassen wird. Ich glaube, bei der nächsten Abfahrt, spreche ich die Erstplatzierte nochmals auf ihren Plan an, ihrem Kind das Skifahren auszutreiben. Vielleicht finde ich ja eine weniger schmerzhafte Variante.

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