Wie regelmässig ist regelmässig?

Als ich geschrieben habe, dass ich nun regelmässig bloggen möchte, stand gleich diese Frage auf der Agenda: Wie regelmässig ist regelmässig?

Wenn man also die Bedeutung des Wortes regelmässig wissen will, haben wir ja den schönen Duden, um der Frage nachzugehen.

„regelmässig“ folgt einer bestimmten festen Ordnung, Regelung, die besonders durch zeitlich stets gleiche Wiederkehr, gleichmäßige Aufeinanderfolge gekennzeichnet ist

Das klingt verdammt ordentlich und regelmässig. Und das bin ich ganz bestimmt nicht. Unter diesen Bedingungen hätte ich ja den Druck, in zeitlich genauen Abständen immer wieder bloggen zu müssen. Aber bei mir geht es doch nach dem Wollen und nicht nach dem Müssen.

Ich will doch bloggen, wenn mein Achterbahn-Kopf mal wieder etwas ausspuckt. Das kann täglich sein, wie wenn ich zum Beispiel auf Reisen bin, oder auch mal wöchentlich, wenn ich so gar nicht kreativ bin. Okay, auch dann habe ich noch ein paar Themen in der Hinterhand, aber deshalb bin ich noch lange nicht bereit, jetzt regelmässig im herkömmlichen Sinn zu schreiben. Sondern schlicht, wann mir der Sinn danach steht.

Das hat mich jedoch darauf gebracht, mal drüber nachzudenken, wann wir so mit dem Wörtchen „regelmässig“ um uns schmeißen und definitiv daneben liegen, ohne groß darüber nachzudenken.

Die größte Falschverwendung ist definitiv eine, die wir alle schon genutzt und genauso ausgesprochen haben:

„Ich mache regelmässig Sport“

Ich denke, „gelegentlich“ oder „manchmal“ wären laut Duden hier definitiv passender. Es sei denn man macht regelmässig gar keinen Sport oder regelmässig einmal im Jahr. Aber da ich mich bei dem Gedanken an Sport nicht auch noch damit auspowern will, dass zu planen, damit ein gleicher zeitlicher Abstand entsteht, muss ich mir hier ein anderes Adverb einfallen lassen.

Aber der Sport ist nicht die einzige totale Falschnutzung von dem Wörtchen „regelmässig“. Da fällt mir noch ganz, ganz viel ein. Hier meine Top 5.

„Ich räume regelmässig mein Zimmer auf.“, sagte das Pupertier.

„Ich esse regelmässig Obst und Gemüse.“ sagte ich beim Arzt.

„Nein, ich trinke nicht regelmässig Alkohol.“ sagte der Bauarbeiter nach Feierabend.

„Ich gehe immer noch regelmässig in die Disco“, sagte die Mutter, als sie sich mit ihren Nichtmütter-Freundinnen traf.

„Ich putze doch regelmässig meine Schuhe“ sagte mein Sohn am Abend vor dem Nikolaus.

Mir fallen ja noch einige Sätze mehr ein und einige davon betreffen auch das Zusammenleben von Männlein und Weiblein, insbesondere die Frage nach dem „regelmässigen“ Sex. Aber ich schätze dieses Missverständnis verdient wieder einen ganz eigenen Blogeintrag. Doch den gibts erst, wenn ich mich irgendwann mal warmgeschrieben habe.

Ich bin auf jeden Fall dafür, dass wir uns mal wieder mit unserer Muttersprache auseinandersetzen. Ich glaube in Zeiten von lockerer verdenglischung und slangsang sollten wir uns wenigstens daran erinnern, wann wir regelmässig, gelegentlich, manchmal, immer, häufig, nie darüber nachdenken, was wir sagen und tun.

Und in meinem Fall erweitere ich die Aussage:

Ich werde nun ganz regelmässig, unregelmässig meinen Blog befüllen und meine Achterbahn auf Fahrt schicken.

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