Corona? Nein danke, ich trinke nicht!

Was waren das noch für Zeiten, wo ich so auf diese Frage hätte reagieren können. Wo Corona halt nur ein gelbliches Getränk war, dass weder stark genug für einen ordentlichen Kater gewesen wäre, noch schwach genug um als Fasten-Alternative herzuhalten.

Jetzt ist es in aller Munde und das nicht nur im übertragenen Sinn. Natürlich bin ich genervt wie jeder andere, da ich nun für die nächsten Wochen an mein Homeoffice gebunden bin, was für einen Außendienstler mit 60.000 Kilometern im Jahr einer Fußfessel gleich kommt.
Und natürlich bin ich genervt, wenn mein Mann nun denkt, ich bekoche ihn täglich und dazu meine Mama nur sagt: „Der Arme“.
Und natürlich bin ich genervt, wenn mann neuerdings darüber nachdenken muss, ob 2 Packungen Toilettenpapier und 4 kg Nudeln im Haushalt ausreichend sind, oder man einen extra Vorratsschrank bauen sollte.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich dieser ganzen Situation nicht auch etwas Schönes oder Lustiges abgewinnen könnte. Ich spreche hier nicht von den unzähligen Witzen, die per whatsapp & Co. rumgehen. Wobei ein paar gute waren schon dabei, wie z.B. der mit der Klopapierrolle für 3.999 $, wobei es gratis dazu einen Diamantring gibt. Ich muss ja zugeben, bei gratis Diamantringen, setzt mein Gehirn aus und denkt über die Optionen nach. Sollte ich gleich mehrere Rollen kaufen?
Jedenfalls werden die Marketingexperten im Großen und Kleinen direkt mal wieder kreativ.

Also keine aufgekochten Witze sondern meine Interpretation der aktuellen Situation. Und jetzt werden schon alle Verschwörungstheoretiker hellwach um zu hören, was ich für eine Theorie habe. Aber ich gehe weder in die Richtung eines gezüchteten Virus zur Regulierung der Überbevölkerung noch zur Bereinigung der Weltwirschaftsungleichheiten.

Wobei die Version, dass wir dadurch Kriege vermeiden, weil keiner hin geht, weil alle im Home-Office Krieg spielen müssen, finde ich wiederum gut. Sogar richtig gut.
Ebenso wie die Variante, dass wir nun endlich mal etwas für die Umwelt tun. Hat keiner erwähnt, dass die sich auf dem Umweltgipfel so einen cleveren Plan haben ausgedacht. Schlaue Köpfe und sooo effektiv.

Also ich bin der festen menschlichen Überzeugung, dass es sich um ein Experiment für mehr Menschlichkeit handelt. Zumindest scheint es zu funktionieren. Alte Werte werden in den nächsten Wochen wieder mehr in den Vordergrund gerückt. Werte wie Hilfsbereitschaft, Fürsorge und Familie. Plötzlich achtet man wieder auf seine Mitmenschen.

Während vor Wochen noch die Kinder mit Fiebersaft und guter Laune gedopt in die Kita und Schule geschickt wurden mit der Überlegung, was scheren mich die anderen Bälger. So überlegt man nun doch, ob man jemanden anstecken könnte, und bleibt samt Kind lieber zu Hause. Oder muss ich in diesen Zeiten noch regelmässig meine Eltern besuchen, die zum erweiterten Risikokreis gehören, oder genieße ich lieber die Zeit zu Hause und verschone sie?

Auch kann ich mich nicht erinnern, dass die Menschen in Grippe-Zeiten mal auf den Händedruck verzichtet hätten, aus Rücksicht für die gegenüber stehende Kontaktperson. Doch nun wird entweder vorsorglich gewunken, oder die Ellenbogen stoßen aneinander, als hätte man keine Hände mehr, oder man macht das französische Küsschen rechts, Küsschen link, Küsschen recht mit den Beinen. Sieht alles nicht besser aus, eher dämlicher. Aber es ist ein erster Schritt im Menschenexperiment.

Nun könnten ja Andersdenkende einwerfen, dass dies alles nur egoistische Maßnahmen zum Selbstschutz sind und somit unser Egoismus sogar noch ausgebaut wird. Aber ich glaube an das Gute im Menschen.

Selbst ein großer Pornoanbieter bietet in Italien einen Monat gratis Nutzung an. Ganz uneigennützig, nur damit die Leute über die schwere Zeit kommen und genug Bewegung haben. Okay, es ist perfekte Werbung, aber dennoch geht es auch hier doch nur um die Hilfsbereitschaft, oder?

Und wenn wir jetzt alle Wochenlang so zu Hause hocken, auch wenn nicht in Italien, könnte es dennoch passieren, dass wir in 10 Monaten die Weltbevölkerung geringfügig bis maximal erhöhen. Ist wie ein Stromausfall nur länger. Was sollen wir auch sonst machen?

Aber auch hier besteht dennoch die Möglichkeit, dass es nach hinten losgeht. Ich erinnere nur an die langen Weihnachtsferien jedes Jahr und das Risiko, dass eine Ehe solch eine Stresssituation nicht überleben könnte.
So könnte es durchaus sein, dass unser Sohn uns vorher um den Verstand bringt, wenn er wochenlang zu Hause beschäftigt werden muss, ohne Chance auf andere Kinder. 14 Tage Netflix & Co. sind halt auch keine pädagogische Alternative, aber 14 Tage Kindergartenerzieher halt auch nicht.

Oder ich bringe meinen Mann einfach um, der ständig nach dem aktuellen Klopapierstand fragt und an meinen Kochkünsten rumnörgelt.
Oder ich melde mich freiwillig für eine Teststudie, weil ich einfach keine Nudeln mehr sehen kann und den wunderbaren erwachten Werten entfliehen muss. Risiken gibt es einige für eine unharmonische Zeit, sind wir ja echt nicht mehr gewöhnt und wir brauchen erst Schaufeln und Bagger um die Werte wieder an die Oberfläche zu holen.

Aber wie gesagt, ich bin heute von Optimismus beseelt und will einfach daran glauben, dass es eine ganz, ganz tolle Erfahrung wird. Und falls nicht, habe ich genug Zeit um das Gegenteil hier in den Blog zu schreiben. Und ich befürchte, dieses Thema bekommt eine eigene Kategorie.

Ein Kommentar zu „Corona? Nein danke, ich trinke nicht!

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  1. Habe gerade ein virales Video aus Italien gesehen. Die Quarantäne wurde mit Balkonmusik überbrückt. Es wurde gesungen, Instrumente wurden bespielt und ich hatte Pipi in den Augen. Genau meine Theorie 🙂

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