07. August – A Elefant duachs Nodlöhr

Hat schon mal jemand versucht einen Elefanten durchs Nadelöhr zu pressen? Hätte mir gestern jemand diese Mission vorgeschlagen, hätte ich lachend abgewunken und meinen Elefanten woanders Gassi geführt. Heute sehe ich dies anders. Wir haben es nämlich versucht und entgegen aller Unkenrufe von guten Bekannten sogar auch geschafft. Unser Elefant ist unser Reisebegleiter für die nächsten 16 Tage und das Nadelöhr ist unsere Einfahrt. Klingt so geschrieben reichlich unspektakulär, aber jeder Mann und vielleicht auch jede Frau, die schon mal am rückwärts einparken gescheitert sind, würde mich total verstehen. Und jetzt behauptet ja nicht, dass ihr mit zu kleinen Parklücken oder schlechten Parkkarma’s noch nie zu tun hattet. Jeder von Euch war schon mal dieser Elefant.

Wir jedenfalls haben heute unseren elefantastischen Urlaub eingeläutet. Und die erste offizielle Urlaubstätigkeit war, unseren Wohnwagen abzuholen. Gleich mal die erste Enttäuschtung vorab:

Der von Ihnen gewünschte Wohnwagen ist zur Zeit leider nicht verfügbar…

Allerdings wurden wir geupgradet, was für ein schönes Wort. Und was für ein schöner Anhänger. Nun gab’s Dank Upgrading eine wahre Schlafinsel für die Erwachsenen mit soviel Platz, dass aus der erwünschten Zweisamkeit bestimmt eine Dreisamkeit wird. Und das meine ich überhaupt nicht im erotischen Sinne, sondern ich denke dabei an unseren Kuscheltiger Georg, der sofort seine Bettritze erkannt und entdeckt hat.

Gefühlt wurde dann auch die Einweisung gleich länger, wie auch die Anhängerlänge länger wurde. Als Wohnwagenanfänger oder Erstlingscamper fragten wir bei 35 Grad und Sonnenschein dem Verleiher ein Loch in seinen Kopf. Aber wer nicht fragt der nicht weiß. Während Swen ja so einige Dinge rein intuitiv ausprobieren würde, bin ich ja typisch Weibchen eher so der Frager und da ist mir ja auch keine Frage zu blöd. Lieber frage ich Selbstverständlichkeiten, als dass ich dann dem Intuitiven Swen eine Antwort nicht geben kann. Wobei Swen hat dieses Mal auch den Vogel abgeschossen, oder eher den Elefanten. Er fragte doch echt bei den Erklärungen für die hygienischen Anlagen:

Kacken eigentlich auch welche im Wohnwagen?

Und als wäre es die normalste Frage der Welt, antwortete der Verleiher mit unübersehbaren Stolz: „Natürlich tun sie das!“
Ich glaube, ab diesem Zeitraum freundete sich Swen mit der Mission Wohnwagenurlaub an und alle Vorurteile waren Geschichte.

Trotzdem dauerte es zwei Stunden in der Trockensauna, bis wir all unsere Fragen geklärt hatten und endlich losfahren konnten. Leicht dehydriert diskutieren wir noch den Punkt, dass wir heute Vorpacken wollen, aber den Wohnwagen nicht auf der Straße stehen lassen können. Wie schon gesagt, Swen war mittlerweile voll im Wohnwagenfeeling und somit auch EINS mit seinem Elefanten. Also war die Lösung völlig einleuchtend: Wir fahren in unsere nadelöhrige Einfahrt, wenden hinten ganz easy peacy und bepacken dann das Auto, also ich bepacke dann den Elefanten. Und hier komme ich zu dem Ding mit dem Elefanten und dem Nadelöhr. Unser kleiner Wohnwagen misst über 7 Meter und ist 2,33 breit. Die Höhe spielt an dieser Stelle noch keine Rolle, aber ich schätze später werden wir noch den Moment erleben, wo die Höhe auch noch ihre Rolle spielen darf.

Unsere Einfahrt ist nicht so ne Landebahn vom Flughafen, auch nicht so breit wie eine Autobahn oder Landstraße. Eher so ein Sackgassenformat mit dem Hinweis: Keine Wendemöglichkeit. Also fädelten wir unseren Elefanten durch das Nadelöhr und hofften, dass unser Optimismus nicht den Mittelfinger zeigt. Und es war eng, verdammt eng. Also so eng, wie ich es noch nicht einmal versuchen würde. Es sah auch aus wie ein Parkplatz für Mini’s und nicht wie ein Truckertreff. Wir aber, also Swen, fuhren die Einfahrt rein, hängten ab, wendeten und positionierten uns so, dass wir morgen früh um sechs hoffen können, dass wir wieder rauskommen. Denn sonst würde es ein kurzer Urlaub, ein verdammt kurzer.

Und das Schlimmste daran wäre, ich hätte umsonst gepackt und eingerichtet. Inzwischen sind „Homme“ und „Loffe“ eingezogen und jeder Quadratmeter Stauraum wurde belegt. Ich habe noch nie eine so lange Packliste für den Urlaub geschrieben. Und glaubt mir, meine Packlisten ähneln immer einem Mehrteiler. Die aktuelle Packliste glich aber eher einem Lexikon und ich befürchte trotz aller Allumfänglichkeit, habe ich bestimmt etwas vergessen. Aber ich sitze jetzt vor meinem Urlaubseinläutungs-Weinglas und habe beschlossen, dass mein Wohnwägele schön voll ist, ich eh keinen Platz mehr habe, wir morgen wohl wegen Übergewicht eher abbrechen müssen oder ich einfach an alles Wichtige gedacht habe. Morgen früh beginnt nun unser Trip, der Elefant steht in der richtigen Richtung in der Einfahrt, das Nadelöhr ist geölt, der Tank ist voll und die Route steht. Nun mal ehrlich, was will man mehr.

Also werde ich jetzt noch in den Pool springen, denn inzwischen habe ich leichten Elefanteneigengeruch nach diesem wirklich anstrengenden Tag angenommen und dann gehts ab in Bettchen. Ein letztes Mal ein richtiges Bett, ein letztes Mal ein feststehendes Klo und ein letztes Mal eine Zahnputzorgie ohne Maske und Taschenlampe. Und genau auf diese Einschränkungen und Herausforderungen freue ich mich wie Dumbo auf seine Feder. Endlich geht es los….

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