12. August – Grod Reisn is scheena

Gleich zu Beginn: als es gestern einige Diskussionen zum Thema Swen im Minirock gab, er hat keinen angezogen und ich bin nachweislich nicht lernfähig. Denn heute ging es schon wieder auf eine Sommerrodelbahn und ich hatte schon wieder ein Kleidchen an. Also wieder typisch, erst kluge Ratschläge geben und dann beratungsrestistent sein. Heute konnte ich wenigstens Georg als Sichtschutz verwenden und damit gab es keine weiteren Katastophenbilder. Praktisch so ein Kind.

Auch zu dieser Camping-Stadt muss ich noch 1-2 Sachen loswerden. Um Euch ein Gefühl der Größe zu vermitteln sei folgendes erzählt. Heute früh bin ich nur mal zur Dusche und anschließend zum Brötchen holen und hatte schon 1,7 km auf der Uhr. Jetzt weiß ich, warum der Dauercamper-Profi in der Regel auch noch einen Roller, sein Fahrrad und ein Segway eingepackt hat. Ich habe nur Blasenpflaster dabei.
Und der zweite Punkt, woran man sieht, das wir keine Profi’s sind: wenn wir Dreck im Camper haben, kriecht einer von uns mit Schaufel und Besen über den Boden und macht alles sauber, Dauercamper-Profi’s haben einen Staubsauger dabei. Oder ich mit meiner Standard-Spülschüssel schleppe mir einen Ast, während die Profis einen Tragehenkel haben. Ich muss noch soooo viel lernen.

Aber wir haben wunderbar geschlafen. Ich hatte vorher noch Sternschnuppen gesichtet und bin so liegend auf der Straße in Sternkuckerposition zwischen unseren Campern fast von einem Fahrrad überrollt wurden. Habe mir scheinbar gewünscht, dass ich überlebe. Wunsch ist in Erfüllung gegangen, hurra.

Aber nun zu diesem wundervollen Tag. Wir hatten nämlich etwas ganz besonderes geplant und das Wetter spielte mit. Wir hoben als Gleitschirm-Tandem vom Tegelberg ab und genossen das Fliegen im Allgäu. Zuerst durften Pini und Swen zeitgleich starten und ich durfte in dieser Zeit wie schon erwähnt zum Sommerrodeln mit Sichtschutz-Georg. Nach der Rückkehr von Pini und Georg durfte auch ich hinauf in die Lüfte über dem Schloss Neuschwanstein. Ich schreibe jetzt mal aus meiner Sicht, bin mir aber sicher, dass Pini und Swen ähnlich gefühlt haben.

Zuerst wurde es ekelig, okay das haben sie nicht gefühlt. Also es wurde nur für mich ekelig, denn ich durfte aufgrund der frischen Höhenluft in eine Jeans, was unten im Tal viel zu warm und klebrig war, bekam auch noch fremde verschwitze Wanderschuhe an, weil meine kaputt waren und eine Jacke musste es auch noch sein. Aber all dies störte mich nicht die Bohne, denn Fliegen stand auf dem Plan. Man sagt ja nur fliegen ist schöner, aber da dies heute unser Tagesplan war und eigentlich gar nichts drüber geht, habe ich mal den Spruch umgedichtet und empfinde, dass höchstens nur das Reisefieber das ganze toppen kann, wenn regelmässig ausgelebt.

Also ruff off den Tegelberg und nach einer Kurzeinweisung von Tim ging es auch direkt los. Ordentlich steil war die Startrampe, sodass ich nur hoffte, dass wir nicht abbrechen müssen. Sonst hätte ich erst einmal Steigeisen gebraucht, um wieder hoch zu kommen. Aber sobald man auf dem Schoß von Tim sitzt, ist es einfach nur wunderschön und ich meine nur das Fliegen. Die Thermik tat ihr übriges und wir schraubten uns höher und höher. Kurzzeitig machten uns die Wolkenberge über den österreichischen Bergen und Neuschwanstein nervös, aber für heute löste sich das Gewitter noch einmal auf. Und eigentlich kann man auch nicht sagen, dass ich nervös war, dafür genoss ich den Flug viel zu sehr.

Wir kreuzten auch noch den Bannwaldsee und unsere Camping-Stadt und ich hätte von oben direkt in unseren Camper spucken können, oder so ähnlich. Also Wohnung stand noch da und so genoss ich einfach weiter. Wir schafften trotz der Wolken sogar noch den Flug zum Schloss Neuschwanstein und ein Video mit Hintergrund hält dieses Panorama fest. Dann kam die Landung, die genauso entspannt war, wie der gesamte Flug und ich kann nur jedem empfehlen, es auszuprobieren, falls noch nicht geschehen. Man wird definitiv zum Wiederholungstäter und will gleich nochmal. Selbst Georg hätte Lust gehabt, aber durfte nur eine Trockenübung mitmachen. Ne Urkunde gab es trotzdem für ihn und er war genauso happy wie wir.

Am Boden wurde ich dann von den Lieben empfangen und wir bekamen alle unser Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Georg wegen reichlich Abfahrten auf der Sommerrodelbahn und wir drei wegen dem fantastischen Gefühl des Fliegens.

Jetzt lege ich mich mit einem Schnäpschen aus dem Camping-Supermarkt auf die Fahrbahn vor unserem Zelt und warte auf die Sternschnuppen. Habe noch so ein paar Wünsche für mein eh schon tolles Leben und vielleicht muss ich mir nicht schon wieder wünschen nicht vom Fahrrad überrollt zu werden. Prost und ich träume vom Fliegen.

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