19. August – Wos leidn de Gloggnn da Kia so schee?

Das Gute nach ordentlich Regen ist ja bekanntlich, dass danach die Luft wieder rein ist und auch der Himmel blau. Also stand unserem Ab-in-die-Berge-Tag nichts im Wege. Wir hatten uns für 13 Uhr mit unserer freundlichen Fremdenführerin Britta verabredet und nutzen somit den Vormittag für gnadenloses Ausschlafen, bis Georg mich 6 Uhr weckte, weil er kalte Füße hatte. Er schlief noch mal ein, der Gute, und ich war wach und unausgeschlafen. Alle um mich herum grunzten natürlich schön. Aber dennoch entspannten wir am Vormittag bei einem chilligen Frühstück vor dem Wohnwagen.

Und auch im fünften Urlaub, am vierten See stand eines auf unserem Pflichtprogramm, nämlich baden gehen. Okay, etwas kühler war es hier schon, dafür konnte man endlich mal ohne Wasserschuhe ins Wasser laufen. Während ich ja so eher der Typ bin, der bei unter 30 Grad Wasser Temperatur pro fehlendem Grad zehn Minuten Gewöhnungszeit benötigt um ins Wasser zu kommen, ist Georg eher so der Typ „Zack rein“. Gott-sei-Dank kann das Kind nun schwimmen, sonst müsste ich immer sofort ohne Gewöhnungszeit hinterher hechten. So auch heute: Georg ging ohne vorherigen Wasserkontakt zur Rutsche und rutschte direkt rein ins kühle Nass. Ich hätte heute locker 100 Minuten gebraucht und hatte doch nur 5 Minuten bevor Georg zu weit raus schwamm. Mitten im See gab es nämlich eine Platform und da wollte Georg hin. Pini musste mit und absolvierte somit ihre eigenen Challenge, dunkler See ohne Grund. Mit beiden habe ich es zur Plattform geschafft und wenn ich sie gefragt hätte, hätten sie rückzu lieber ein Boot genommen. Es gab aber keins. Also wieder ins dunkle Nass und an die Küste zittern.

So waren wir gut abgekühlt und bereit für die sonnigen Berge, also ab zur Stoosbahn wo wir unsere Freunde Britta, Marco und Matteo trafen. Diese Bahn ist eine Erwähnung wert, denn es ist die steilste Standseilbahn der Welt und wenn wir von Stand reden, dann beschreibt es den vollen Stand an der Wand, umheimlich steil und eine wirklich technisch wahnsinnig beeindruckende Bahn, wenn sie auch wie eine unscheinbare Raupe aussieht.

Von Stoos ging es dann auf einem kurzen Wanderweg zu den Sesselliften um den Fronalpstock zu erreichen. Und dort oben empfing uns ein Wahnsinnsausblick über den Vierwaldstätter. Wir hatten eine so unglaubliche Sicht in alle Richtungen, die uns kurzzeitig umzugswillig machte. Denn unser Cossi ohne Berge kann gegen diesen Ausblick nicht mithalten. Dann dachten wir kurzzeitig an die Preise für die Seilbahnen und der Umzugswunsch hatte sich spontan in einen Wir-kommen-mal-wieder-Wunsch verändert, wenn wir gespart haben. Dies blieb auch so, als wir die Rechnung für den Mittagssnack bekamen. Aber dann schaute ich wieder in die Berge und alles war schön. Das kann auch nicht das Dauergebimmel der Kuhglocken ändern.

Ganz oben auf dem Fronalpstock ist übrigens ein Spielplatz, soweit so gut. Aber es gibt halt auch Wespen. Und eine Kombination von rumtollenden Kindern mit Wespen geht meist nie gut aus. Dieses Mal traf es Georg, der augenblicklich aufschrie, sodass wir auch gleich 1+1 zusammenzählten und versuchten seine Panikattacke nicht mit unserer zu verstärken. Also sackte ich mir Georg und rannte völlig ruhig in die Almküche. Hatte ja schließlich ein Vermögen bezahlt, da wäre doch ne halbe Zwiebel gratis noch drin. Gab es dann gleich auch inklusive des Angebotes von juckreizstillenden Salben. Nett sind se, die Schweizer.

Die Zwiebel tat wieder ihren Job, Georg wurde schmerzfrei und die Schwellung hielt sich in Grenzen. Aber er behauptete trotzdem noch den ganzen Nachmittag, dass er nun nur noch eine Hand benutzen kann und wir lieferten das volle Verständnis- und Trösteprogramm ab. Ich bin ja froh, dass es so gelaufen ist und er mittlerweile den Stich schon fast vergessen hat. An welcher Hand war er nochmal gleich?

Nach diesem Schreck erklommen wir doch noch die letzten Meter zum Gipfelkreuz und dann noch ein ganzes Stück weiter den Kamm entlang. Der Ausblick in alle Richtungen war einfach so unglaublich schön und ich entschuldige mich für keines der 200 geknipsten Foto’s. Keine Sorge, hier präsentiere ich nur eine kleine Auswahl aus dem Schnellcheck. Aber nach dem Urlaub gibt es wieder eine Email an den Fotobuch-Hersteller meines Vertrauens, ob nun endlich auch Bücher mit 200 Seiten produziert werden können. Ich meine ja nur, sie kennen mich ja schon seit Jahren. Immer bestelle ich die maximale Seitenanzahl und verbringe Abende mit dem Einkürzen der ausgewählten Foto’s, damit ich kein zweites Buch erstellen muss. KUNDENSERVICE!

Irgendwann mussten wir uns dann für heute vom Gipfel trennen und die Rückfahrten antreten, bevor wir doch glatt noch hätten wandern müssen. Keine Sorge, ich hatte trotzdem 15.000 Schritte und 11 km auf der Uhr und kam mir nicht vor, als hätte ich nur so gechillt. Also Füße hoch und die Gemütlichkeit eines Wohnwagens genießen.

Haben übrigens einen neuen Ohrwurm im Repertoire. Georg hat wieder mit einer ganz eigenen Interpretation geglänzt und uns folgende Textzeile eingepflanzt. Und auch ohne Ton, bin ich mir sicher, dass alle das Original erkennen und sofort mitsingen.

„I like to moped, moped…“

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