Karmapunkte für das Versöhnungsspiel gesammelt

Nachdem wir gestern haushoch gegen die Natur verloren hatten, blieb uns nichts anderes übrig, als an unserem Karma zu arbeiten. Also ging es auch am dritten Tag wieder raus in die Natur. Wohin sollte man auch sonst, ist ja alles zu. Wir nahmen uns an Tag 3 des Roadtrips das dritte Bundesland vor und fuhren an die Burg Kriebstein in Sachsen. Doch bevor es soweit war hatten wir noch unsere Chance auf Versöhnung mit der Natur. Denn es lief uns ein lebender, gesunder, munterer Maulwurf in unserem Garten über den Weg und diesem wollten wir auch die schöne weite Welt zeigen. Ist ja so eintönig bei uns und so unabwechslungsreich, also quasi aus Maulwurfsicht, so wie der letzte Zipfel von Hartmannsdorf, ohne Infrastruktur in die Innenstadt. Da ist eine riesige Wiese weit, weit weg doch etwas viel Schöneres. Tja und weil wir so uneigennützig sind, haben wir den Mauli einfach mal eingesackt und gerettet. Der hat sich auch gleich verbuddelt und mauli-wohlgefühlt. Das gibt bestimmt viele positive Karmapunkte.

Und so ging es heute weiter. Kaum an der Burg Kriebstein angekommen und durch den Wald losgewandert, entdeckten wir auch schon die ersten Rehe. Heute läuft es mit der Natur und uns, wir sind ganz dicke Kumpels. Und so wanderten wir beschwingt Richtung Freilichtbühne Kriebstein und erfreuten uns am saftigen Grün um uns herum. Am Hafen angekommen sahen wir allerdings nur noch pink, denn Georg wollte seine erste Zuckerwatte seines Lebens. Riesig, pink und verdammt süß. So süß, dass Georg nach ein paar Bissen beschloss, dass es schlecht für seine Zähne ist und mir das pinke Monster in die Hände drückte. Also einerseits bin ich ja begeistert über die Weitsicht meines Sohnes, aber warum drückt er die Zuckerwatte mir in die Hand? Ist es bei mir egal, ob mir ob der süßen Masse die Beisserchen direkt rausfallen? Oder handelte er so frei nach dem Motte: Hilft ja eh nix mehr.
Naja, so verklebte ich mir ein bisschen den Magen und versuchte mich daran zu erinnern, ob irgendwann in meinem Leben dieses klebrige Zeug auch mal geschmeckt hat. Ich kann mich nicht mehr erinnern.

Mit Zuckerschock und reichlich Energie setzten wir mit der Fähre an das andere Ufer der Zschopau über und wanderten wieder bergauf und bergab. Georg, voll im Abenteuermodus und sicherlich mit reichlich Zucker im Blut, nutzte jede Erhöhung links und rechts vom Weg für eine extra Tour. Woher haben Kinder nur soviele Energien? Aber nur so macht ihm das Wandern auch einfach Spaß. Er klettert und ich knipse und beide Kinder sind glücklich.

Apropos glücklich, wir hatten uns ja die letzten Tage über geschlossene Versorgungsstationen geärgert. In Sachsen hatte alles geöffnet und gefühlt aus jedem Haus wurde irgendetwas verkauft. Und so kamen wir heute auch mitten im Wald zu unserem All-In-Picknick inklusive Radler und Wildschweinroster vom Grill. Herrlich, mal kein Brötchen mit Salami und Käse. Das einzig Alberne war, dass alle Gäste aufgereiht auf den abgelegenen Bänken und Baumstümpfen dich beieinander saßen, während die Tische und Bänke direkt neben der Theke abgesperrt waren. Gott-sei-Dank war genug Wald zum sitzen da. Manche Sachen verstehe ich in meiner kindlichen Naivität auch einfach nicht. Aber eines steht fest: Es war lecker.

Und weiter ging es zum Staudamm, der mit Getöse eine seiner Klappen öffnete, als wir davor standen. Kurz überlegt, was wäre wenn jetzt der Damm bricht. Schnell beschlossen, dass wir chancenlos wären und somit schnell noch ein paar Foto’s gemacht.

Dann war wieder Abenteuer für Georg angesagt, denn wir bauten Boote aus Baumrinde und hofften auf eine erfolgreiche Regatta. Allerdings ist die Hälfte der Boote nicht sehr weit gekommen. Aber das war auch nicht wichtig.

Wichtiger war, dass ich mir 15 Minuten Fotozeit-Geduld damit aushandelte. Denn es kam der Blick auf die Burg mit dem Wehr im Vordergrund. Und nun mal ehrlich, kann man ein solches Motiv links liegen lassen? Nein, natürlich nicht. Allerdings ist es auch schwer mich zufriedenzustellen. Und mit 15 Minuten Motivzeit bei einer durchschnittlichen Belichtungszeit von einer Minute pro Bild plus Motivsuche plus Kameraeinstellung plus Nachkontrolle, ist es nicht möglich mich mit 15 Minuten glücklich zu machen. Das ist wie so ein Vorspiel ohne Halleluja.
Aber ich übe mich nun in Geduld und versuche mit den Ergebnissen zufrieden zu sein und mich nicht zu fragen: Was wäre, wenn dann nochmal die Sonne rauskommt, oder das Abendrot, oder das Spiegelbild im Fluss…Nein, nein, nein..

Darauf gab es zum Abschluss ein Eis und das hat uns alle drei besänftigt. Die Burg Kriebstein ist ja schließlich nicht soweit weg, wie zum Beispiel Kanada und damit kann alles spontan wiederholt werden. Schließlich ist es erstaunlich, was es alles so im Umkreis von einer Stunde gibt. Bisher musste uns unsere Kette noch gar nicht länger loslassen, denn wir blieben in der Nähe. Aber ich glaube, wir werden mutiger. Dafür belohnte uns unsere Ferienwohnung noch bei der Rückkehr mit einem regenbogenfarbigen Empfang. Eine perfekte Zusammenfassung für einen wirklich schönen Wandertag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: