15. August – Zeig ma moi bitte des Oimluda

Um es gleich vorweg zu nehmen, der Titel ist keine Anspielung auf meinen schicken neuen Hut. Wobei, ich fühlte mich so fesch damit, dass ich ihn am liebsten gar nicht wieder absetzen möchte. Nach einer Woche Sonne von oben brauchte mein Kopf einfach etwas Entspannung und wenn dies auch noch stylisch geht, statt dem üblichem Basecape, was mir sowieso nie steht, dann ist es um so besser.

Aber jetzt berichte ich erst einmal von unserem Tag, bevor ich mich in der Selbstbetrachtung verliere. Wie schon angekündigt, war etwas mehr Activity geplant, als gestern. Bregenz hat ja so einiges zu bieten und dazu gehört der Bregenzer Wald mit dem Pfänder Gipfel. Da ich als perfekte Ausrede für „wir fahren mal lieber hochwärts“ den Georg vorschieben konnte, peilten wir die Pfänderbahn an. Das erste Mal Maske tragen in Österreich. Hier verliert mein Bikinistreifen im Gesicht glatt noch seine Konturen. Nach sechs Minuten waren wir oben, auch die Schlange sah schlimmer aus, als sie war. Und oben hatten wir eine herrliche Sicht auf den Bodensee und die umliegenden Berge.

Natürlich durchquerten wir auch den Wildpark am Gipfel inklusive Waldrutsche und zahlreicher Gehege.

Bei den Steinböcken erklärten wir Georg, dass dies sein Sternzeichen ist. Blöde Idee, denn nun ging das Fragen los: „Gibt es auch den Hasen als Sternzeichen“? Nein, aber den Fisch, wie es Papa und Opa sind und den Krebs, wie ich es bin, die Waage wie Oma und die Jungfrau wie Xynthia und Oma Petra es sind. „Mama, was ist denn eine Jungfrau?“ Okay, hier war ich raus und bereute augenblicklich die Fortbildung zum Thema Tierkreiszeichen. Hätte er nicht nach Waage, Wassermann und Schütze fragen können? Nein, er wollte eine Erklärung zur Jungfrau. Für die Aufklärung war ich heute aber noch nicht zuständig.

Was hilft in so einem Moment? Mit ihm ein spannendes Suchspiel spielen, um ihn abzulenken: „Hast du da vorne die Schlange gesehen?“. Und schon ist die Jungfrauen-Aufklärung vergessen.

Glücklicherweise kamen auch noch einige andere spannende Tiere: wilde Steckdosen, Murmeltiere und unsichtbares Rotwild. Besonders die Murmeltiere waren nett anzusehen.
Dann erklommen wir noch schnell den Pfändergipfel, entdeckten echte Zeppeline und entschieden uns zu Fuß den Abstieg zu wagen. Die Umschreibung „anspruchsvoller Weg“ bezogen wir nur auf die Flipflopträger und nicht auf uns. Also ging es abwärts, aber inzwischen wissen wir was gemeint war. Der Weg war steil und geröllig und für Georg eigentlich nicht wirklich geeignet. Aber er hat es gemeistert und dabei sogar auch noch darauf bestanden, seinen Rucksack die ganze Zeit zu tragen.

Wir Großen haben es auch gemeistert, allerdings nicht ohne ständig zu ningeln und zu jammern. Ich war gedanklich schon dabei, viele neue Schuhe zu bestellen, denn meine Zehen waren so vom Abgang gestaucht, dass ich bestimmt jetzt nur noch Größe 35 habe. So kann ich wenigstens den nächsten Schuhkauf rechtfertigen.
Also schleppten wir uns mit letzten Kräften in den Hafen von Bregenz, wo just in dem Moment ein Eisstand eröffnete und wir waren somit die ersten und sehr dankbaren Gäste. Auf meinem Gaumen hat es genauso gezischt, wie damals beim Bad im Chiemsee.

Und damit komme ich zum Titel, also zumindest auf Umwegen. Also wir haben es ja so mit Wortspielen, Wortwitzen und auch Ohrwürmern. In der Regel wird am Morgen einer ausgewählt und der begleitet uns mindestens den ganzen Tag. Heute war es zum Beispiel „watermelon sugar high“ aus den aktuellen Charts und das nur, weil meine Zunge und mein Mund nicht fähig sind, diesen Zungenbrecher in ähnlicher Geschwindigkeit mitzusingen. Ich hoffe, ich bin nicht der einzige mit dieser Mißbildung und ich gebe mir auch redlich Mühe, aber gelingen tut es mir nicht oder nur in einer ganz, ganz anderen Melodie.

Ein anderer Klassiker unseres Repertoires ist Queen mit „Bohemian Rhapsody“ und der allen bekannten Textzeile “ Mama, ooh, ooh, ooh, ooh..“. Jedesmal wenn Georg nach mir ruft, also nach „Mama“, setzen Pini und Swen mit „ooh, ooh, ooh“ ein. Ich glaube, es gibt keine Mama mehr ohne dieses Anhängsel. Ziel dabei ist, es ja schief und schräg zu vertonen.

Oder seit Tagen singen wir “ La donna è mobile, quai puma al vento….“ und zum Schluss „jetzt auch in weiß“. Dabei rätseln wir auch schon seit Tagen, aus welcher Werbung wir es kennen und woher dieser Ohrwurm kommt und heute hatten wir die Erleuchtung: es waren die Schokocrossis und ich kann endlich wieder einschlafen, ohne es ständig vor mich her zu summen.

Na jedenfalls, während wir uns ständig kreative Ohrwürmer setzen, singt Georg immer kräftig mit. Natürlich nur das gehörte Wort und dabei kommt allerhand lustiges raus, wie immer, wenn er das ein oder andere Wort noch nicht gehört hat. Und als Swen ihn heute Abend fragte: „Willst du deinen Almdudler weiter trinken?“, antwortete Georg halt: „Zeig mir mal bitte das Almluder“. Wir lagen flach und ein Blogtitel ward geboren. Ihr seht es ist manchmal ganz einfach.

Nun sitze ich hier alleine vor meinem Wohnwagen. Georg hat viele neue Freunde gefunden, die den gesamten Zeltplatz akustisch unterhalten, als wären wir noch in der Großstadt. Pini strapaziert das WLAN und Swen haben wir heute völlig geschafft und er will die Kuschelecke gar nicht mehr verlassen. Nicht einmal um mit mir hunderte Sonnenuntergangsbilder zu machen. Verstehe mal jemand die Männer.
Und so werde ich wohl demnächst den Georg einkassieren und spießige Mama spielen (ooh, ooh, ooh, ooh). Ich glaube der fällt dann direkt nach der Diskussion über die Störung meinerseits in einen sehr erholsamen Schlaf. Und morgen nehmen wir es mit dem Bodensee auf, falls wir uns noch bewegen können.

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