16. August – Via Lända an am Dog

Heute ging ein einmal rum um den Bodensee und wir waren ganz schön erstaunt, wie riesig er ist. Kein Vergleich mit dem Cossi, oder dem Zwenkauer, hier werden richtig Kilometer geschrubbt. Und insgesamt ging es durch vier Länder: Österreich, Schweiz, Baden Württemberg und Bayern, wir zählen hier auch Bundesländer mit. Gott-Sie-Dank waren keine Zeitzonen im Spiel, aber dieses Vignetten-Ding und Währungs-Ding hat mich auf dieser Tour ordentlich durcheinander gebracht. Wo kann ich mit was bezahlen und wo muss ich was beachten? Stress!

Es fing an mit der Ausreise in die Schweiz in nur 10 Kilometern Entfernung vom Zeltplatz. Wir hatten brav eine erste Vignette gekauft, aber keine Ahnung, wie wir diese anbringen sollten und waren von der Anleitung überfordert. Was macht man also? Man hält mitten am Grenzstreifen an und fragt einen Zöllner oder Polizisten um Hilfe, die er uns auch gerne gewährte. Als hätte er nie etwas anderes an der Grenze gemacht, klebte er uns eine und wir durften weiterfahren. Okay, Vignette klebte nun an rechtmässiger Stelle und wir fuhren durch die Schweiz. Die nächste Frage stellte sich aber, wo kleben wir die Vignette am Wohnwagen hin, denn wir wollen übermorgen ja auch mit Anhängsel in die Schweiz. Hierzu gibt es hunderte Foren und tausende Meinungen und nichts verwirrt mich mehr als so viele gute Ratschläge. Ich schätze, ich halte nun bei jeder Kontrolle freiwillig an und erkläre unser Dilemma bis mir freiwillig jemand eine klebt.

Durch die Schweiz fuhren wir ja nur durch auf dem Weg nach Konstanz oder Koblenz. Irgendwie kann ich diese beide Orte nicht akustisch unterscheiden. Ich meine jedenfalls den Ort am Bodensee mit dem Dom. Lt. Foto ist es Konstanz und so würde ich behaupten, dass wir genau dort unseren ersten Stop einlegten. Ein schöner Zwischenstop mit Dom, historischer Altstadt und einer schönen Uferpromenade. Hier gab’s ein kurzes Eis bzw. ein Mattjes für Swen und Seifenblasen für mich. Manchmal bekomme ich das Kind nicht ganz aus mir raus.

Und danach ging es auf die Blumeninsel Mainau und anhand der Parkplatz-Auslastung konnte man deutlich die Auswirkungen von Corona sehen. Normalerweise hätten sie mich 13.30 Uhr müde am „für heute ausgebucht“-Schild ausgelacht, aber so hatten wir Tickets und konnten quasi in der ersten Reihe parken. Was würde uns hier erwarten? Blumen für all meine Vasen? Neue Garten-Gestaltungsideen?

Ja, hier gab es Blumen in Hülle und Fülle, doch zuerst blieben wir am Kinderspielplatz hängen und ich wünschte ich wäre nochmal Kind. Georg zog sich einfach aus bis auf die Buxe, ignorierte die Hinweisschilder bzgl. des Badeverbotes (kann ja schließlich noch nicht lesen) und nach der Abkühlung wird einfach auf die Buxe verzichtet. Schon mal einen Erwachsenen in dieser Situation erlebt? Wir machen nichts von all dem. Maximal ziehen wir Schuhe und weiße Tennissocken aus und gehen mit den Füßen baden. Aber nur kurz, denn dann lesen wir die Hinweisschilder und nehmen die Füße wieder raus aus dem Wasser. Ich wünscht ein so unbeschwertes Kind-Sein wäre uns noch gegeben. So stehen wir nur am Rand, rufen laut „Georg“ um zu ermahnen, aufzufordern oder hinzuweisen. Wie spießig wir doch sind.

Als auch ich „Georg“ gerufen hatte, ging es weiter auf den Rundweg über die Insel. Und irgendwie hätten wir uns kaum einen wärmeren Tag aussuchen können. Während die Blumen noch frisch am Stengel standen, verlor ich langsam meine Pracht und verwelkte auf dem Weg durch die Beete. Swen designte derweil minütlich unseren Garten um: so eine Wasserlauftreppe wäre doch schön, oder so eine kleine Pergola um den Pool, oder so ein Seerosenteich. Irgendwie hat er in den letzten 9 Tagen vergessen, wie groß unser Grundstück ist. Genauso ignoriert er die Tatsache, dass wir keine 5 knackigen Gärtner angestellt haben. Aber ich habe sicherheitshalber schon mal erwähnt, dass ich das Auswahlverfahren für die Gärtner leiten werde.

So schlenderten wir durch Dahlien, Rosen, Seerosen und so vieles mehr und verloren jeden Tropfen Flüssigkeit aus unseren Adern. Schreiende Kinder nach Vespenstichen wiesen uns darauf hin, trotz Flüssigkeitsmangel noch aufmerksam zu sein und so schafften wir es auf den höchsten Inselpunkt, wo gerade kräftig geheiratet wurde. Georg ist ja eher nicht so der schüchterne Typ, sonder so „Hier-Bin-Ich“ und so ging er gleich mal zur Braut und gratulierte ihr. Ich bin ja nur froh, dass er kein „Beileid“ gewünscht hat, sondern wirklich gratuliert hat. Ich habe keine Ahnung von wem er dies hat, jedenfalls nicht von Swen und mir. Leider sprang bei der Aktion kein Sektglas für uns raus, also waren es eher geizige Brautleute, denen wir verzeihen, dass sie ihr Geld zusammenhalten wollten.

Wir krochen nun abermals geschwächt zum nächsten Imbiss und stärkten uns mit lauter ungesunden Sachen. Warum steht auf der Kinderkarte nie etwas Gesundes? Wollt ihr die Diskussionen mit unseren Kindern nicht mehr hören, oder für die Überfettung verantwortlich sein? Wir landeten jedensfalls wiedermal bei Pommes rot/weiß, völlig ohne Gegenwehr.

Leicht gestärkt und trotzdem stark geschwächt zogen wir noch ins Schmetterlingshaus ein. Mit Maske bei äußerlichen 30 Grad und gefühlten 50 Grad im Schmetterlinghaus können wir ganz froh sein, dass wir dies überlebt haben. Ich war kurz davor mich einzupuppen und zum Schmetterling zu werden. Aber so habe ich nur geschwitzt und fotografiert.
Schmetterlinge sind übrigens eines meiner Herausforderungs-Motive, da diese Viecher nie das machen was sie sollen. Entweder fliegen sie und halten nicht still oder sie halten still und zeigen ihre Flügel nicht. Unter normalen Umständen hätte ich das Warten ausgereizt, aber so gab ich jeweils nach kurzer Wartezeit auf und hab mich mit dem Gesehenen zufrieden gegeben.

Danach schnitten wir den Spielplatz galant ab, damit Georg nicht noch eine Badeeinheit unter den Augen seiner verzweifelten Eltern und Schwester einlegt und schleppten uns mit letzten Kräften zum Auto um die Runde um den Bodensee zu vollenden. Ein schöner Tag, aber ich bin völlig knülle und verabschiede mich jetzt in die Tastaturfreie-Zone. Gute Nacht. Ach ja, gerade stand die Polizei vor unserem Wohnwagen und klopfte..Haben wir etwa die Vignette falsch angebracht??????

Ein Kommentar zu „16. August – Via Lända an am Dog

Gib deinen ab

  1. Ich bin zwar auch nicht sonderlich alt, aber ich hätte auch eher gerufen und bloß verwundert dem Kind hinterhergeschaut😂 und wenn man so überlegt, ist das ganz schön mies…
    Aber die Hochzeitssache wär auch so ein Ding, bei dem ich mich nicht trauen würde etwas zu sagen

    Gefällt 1 Person

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