17. August – Jetz hoide doch moi de Klappe

Was für eine Nacht und dabei meine ich nix Romantisches, sondern Nervenkitzeln und kein Schlaf. Denn wir erlebten unsere erste Gewitternacht im Wohnwägele und wo wir doch sonst immer mit festen Mauern um uns herum schlafen und keine Angst kennen. Gegen 2 Uhr wachte ich vom Sturm auf und hatte das Gefühl mich schon im Auge des Tornados zu befinden. Der Wohnwagen wackelte und ich dachte nur an unser Sonnensegel und überlebte, ob wir auch flugfähig sind. War kurz davor Tickets auszustellen und meine seit Jahren einstudierte Flugzeug-Sicherheits-Choreographie aufzuführen.

Gott-sei-Dank wachte Swen förmlich zeitgleich auf und ich begeisterte ihn für die spontane Idee, mal schnell alles draußen abzusichern und abzubauen. Okay, Swen, völlig verpeilt, murmelte nur, dass er erstmal seine Jeans suchen muss. Ich meinte, es ist nachts um zwei, da interessiert sich niemand, ob wir nur ne Unterhose anhaben, oder nicht. Also raus aus der Hütte und alles abbauen bzw. sichern. So eine stürmische Sommernacht, lau und windig, habe ich mir schon lange mal gewünscht. Swen wollte uns gleich alle sicherheitshalber ins Auto umsiedeln. Das stand allerdings unter einem sehr hohen, sehr alten Baum und ich fühlte mich wie zwischen Pest und Cholera. Also warteten wir lieber im Bett auf Blitz und Donner und hofften, das unser Schattenspender verschont blieb. Ich dachte, wenn schon erschlagen werden, dann doch bitte vorher ausgeschlafen sein. Naja, für uns war nun die Nacht vorbei. Wir beobachteten den Wind, die Wolken und zählten immer Schafe zwischen Blitz und Donner. Beim Einschlafen hat das allerdings nicht geholfen. Irgendwann Stunden später schliefen wir dann doch ein, um uns von Georg gefühlt fünf Minuten später wieder wecken zu lassen. Georg und auch Pini hatten von alledem nichts mitbekommen, weder vom Wind, noch vom Regen, geschweige denn von unserer Rettungsmission und meiner Flugzeug-Sicherheits-Choreographie.

Verständlicherweise waren wir, also wir Alten, dann heute müde und etwas dünnhäutig. Will heißen, dass ich nach dem hundertsten Mal „Mama, ooh, ooh, ooh, ooh“, also um 9 Uhr morgens, es überhaupt nicht mehr witzig fand und eine Ooh-Auszeit verlangte. Aber Georg hatte beschlossen, die Worte, die wir heute nicht willens waren zu verbrauchen, aufzunehmen und als Kanonengeschosse auf unser dünnhäutiges Nervenkostüm abzuballern. Ich kann nicht mehr und suche die ganze Zeit das Panzertape, dass ich zur Grundausstattung Camper mit eingepackt hatte. Entweder werde ich ihm den Mund zu kleben, oder ihn an den Baum binden. Hängt davon ab, ob ich in den nächsten fünf Minuten meine Mama-Pause bekomme.

Irgendwann hörte der Regen im Gegensatz zu Georg’s Redeschwall auf und es wurde wieder herrliches Sommerwetter. Und so fuhren wir mal wieder nach Deutschland, genauer gesagt nach Lindau auf die Altstadt-Insel. Wunderschön isses dort. Und ich lasse einfach mal die Bilder für sich sprechen, denn meine Worte hat Georg ja verbraucht.

Nun gab es noch einen letzten Sonnenuntergang am Bodensee und wir schwören, wir kommen wieder. Ich bin bei der Auswahl des Viewpoints nochmal mit den Schuhen im Wasser gelandet und hätte es glatt zu einem Vollbad ausgeweitet, wenn ich nicht meine Kamera und Georg dabei gehabt hätte. Also schlaft alle gut und ich verspreche, die nächsten Tage, werden wieder unterhaltsamer.

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