14. August – Warum bekomme i koan Äpplaus?

Gestern Abend verlief wie angekündigt: Kuschelbett zu viert, Chips und Flips, Anna und Elsa. Achtung Spoiler! Ich war kurzzeitig geschockt, als Olaf sich auflöste, aber da mein Sohn eh nix für sich behalten kann und keine Geduld hat, hat er mir sofort das Ende inklusive Auferstehung von Olaf präsentiert. Der Spannungsbogen war dahin, aber ich konnte die Tränen wegwischen und war beruhigt. Ich hoffe, ihr jetzt auch:).

Heute morgen stand nun wieder ein Standortwechsel an. Aber ich muss sagen, dass wir mittlerweile mächtig professionell sind. Würde man die Zeit stoppen, wären wir schon ganz nah an einem Reifenwechsel bei der Formel 1.

Aber dann haben wir uns doch noch einmal von einem informativen Dauercamper aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben nämlich nach den ersten 50 Kilometern unseres Trips und zahlreichen missglückten Versuchen mit unseren Verlängerungs-Rückspiegeln für uns beschlossen, dass man diese ja eh nur zum Überholen braucht und sie deshalb einfach weggelassen. Überholen in Linkskurven stellte sich dabei als DIE Lösung heraus und so mussten wir immer nur solange warten bis uns eine Linkskurve ereilte. Aber der liebe Dauercamper von Nebenan wies uns freundlich darauf hin, dass die Dinger doch Pflicht sind, wenn man die hinteren Ecken seines Wohnwagens nicht sehen kann. Ich hätte ja mit den Polizisten diskutiert, dass wenn ich mich nur weit genug rauslehne und Swen mich an dem linken Fuß festhält wir sehrwohl die hintere Kante irgendwie sehen können, aber Swen wollte lieber sicher gehen und mir nicht die Diskussionsführung überlassen. Auch die Erklärung mit den Linkskurven hätte uns wohl in der Diskussion nicht so viel weitergebracht. Also fummelten wir wieder gefühlt zwei Stunden an den Verlängerungs-Rückspiegeln rum, bis sie endlich mehr schlecht als recht positioniert waren. Und was passierte? Keiner hat uns kontrolliert!

Dann ging es zum ersten Grenzübertritt nach Österreich und ich bereitete Swen schonend aber direkt auf alles vor. Also dieses Mal kein Kleinstadt-Campingplatz sondern ein süßer kleiner Öko-Platz mit nur 36 Plätzen. Als ich dann jedoch vorlas, dass es nur 5 Toiletten gibt, begann Swen sofort wieder zu rechnen. 5 Toiletten, also sind es höchsten 2-3 für die Männer, 35 Stellplätze bedeutet mindestens 35 Männer mit einem dringenden Bedürfnis, verteilt auf die eine Stunde zwischen 8 und 9 Uhr sind im worstcase nur 3,4 Minuten Qualitytime für den Mann. Sofort trat Schweiß aus jeder Pore und ich konnte ihn nur beruhigen indem ich ihm versicherte, dass es im Öko-Camping eigentlich nur Lesben-Pärchen oder Alleinreisende Frauen gibt, und damit sein Problem sich in Wohlgefallen auflöst. Das ist nicht politisch korrekt und ich entschuldige mich dafür, aber Notsituationen müssen auch als selbige gelöst werden.

Also fuhren wir leicht beruhigt und fast vorfreudig nach Bregenz. Unterwegs sahen wir ungefähr 20 Störche und ich überlege immer noch, wie ich diese Mehrlingsschwangerschaft bewältigen soll. Also sicherheitshalber schläft Swen heute draußen im Zelt. Bloß kein Risiko eingehen.

Nach nur 2 Stunden kamen wir im Camp Mexico an und waren wirklich begeistert. Ruhe, keine Dauercamper, viel Platz und halt je 2 Toiletten für Männlein und Weiblein. Aber ich glaube, Swen gefiel die Ruhe so sehr, dass das 3,4 Minuten-Problem sich quasi in Luft aufgelöst hatte. Dafür gibt es hier ungelogen 20 verschiedene Behältnisse für die Mülltrennung inklusive einer langen Liste, was wo rein kommt. Ich bin verwirrt. Soll ich mir jetzt 20 Müllbeutel in den Camper hängen, um alles richtig zu trennen, oder gehe ich wegen jedem Kronkorken nun zur Werkstoffinsel? Ich finde das ja eigentlich gut, sehe mich aber nun ständig zwischen Wohnwagen und Werkstoffinsel hin und her rennen, wobei ich jedes mal zurückrenne um erst einmal nachzulesen, was wo rein kommt. Aber so hat jeder Platz seine Vor- und Nachteile und die Vorteile überwiegen hier eindeutig.

Ein Vorteil ist der Bodensee inklusive Strand in Laufnähe und wir waren natürlich gleich drin. Schließlich hatte sich der Regen verzogen, die Sonne drückte und das Wasser war herrlich kühl und klar. Danach wurde auf der Decke mit Sicherheitsabstand gechillt und irgendwann wollte ich den nassen Badeanzug einfach loswerden. Und schon vollführte ich die seit Jugendjahren eingeübte Choreografie des Umziehens im Kleid. Hatte heute blöderweise ein enges und kurzes Kleid an, was es wirklich nicht einfacher machte. Wenn ich das bei anderen beobachte, hat das immer so etwas von nem missglückten Zaubererkunststück, wo der Umkleidende eigentlich auf wundersame Weise verschwinden soll. Und ich schätze bei mir sieht dies auch nicht wirklich anders aus. Spätestens nach dem Akt der Badeanzugentledigung im Austausch mit BH und Slip ist das ganze bestimmt aufregend aber halt Null unauffällig. Ich schätze, auch jeder auf den umliegenden Decken hoffte mittlerweile, dass es doch ein Zaubertrick ist und ich irgendwie einen Hasen aus dem Kleid zaubere. Es gibt auch einige die mich eher so mitleidig ansehen und andere rufen mir zu, dass sie mir auch helfen würden ehe ich mir weh tue. Nach gefühlten 20 Minuten der Frauenverhüllung habe ich es dann endlich geschafft und was passiert? Nichts…

Ich habe mich doch so angestrengt und da wären Standingovations doch nun wirklich nicht zuviel verlangt. Ich verlange ja noch nicht einmal Eintritt und ein Feedbackbogen ist auch nicht fällig. Aber alle, die gerade eben dem Akt noch unverhohlen beigewohnt haben, schauen nun zum nächsten Umziehkünstler. Ich finde das massiv unfair und werde nun jeden dieser Künstlergilde in der Zukunft mit ordentlich Applaus würdigen. Die Zeiten müssen sich ändern, wir haben etwas Wertschätzung verdient!

Ihr merkt, zuviel NonActivity tut mir nicht gut und meine Kreativität geht mit mir durch. Also schauen wir mal, was die nächsten Tage hier am Bodensee so passiert.

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