Und es hat Piks gemacht..damm, damm

Ich bin nun geimpft und will mal verraten warum. Um es gleich vorwegzunehmen, ich habe auf ganz offiziellem Weg die Impfung bekommen und werde das Warum? hier auch nicht ausdiskutieren. Aber da ich offensichtlich zu dem lebensmüden, wenn auch leisem Teil der Menschheit gehöre, der sich impfen lässt, so möchte ich meine Achterbahn doch mal nutzen, um MEIN warum zu klären und auch klarzustellen, dass nun keiner auf ein schnelles Erbe von mir hoffen braucht. 

Zur Zeit ist meine Achterbahn ja ganz schön vernachlässigt, durch die Abstandsregeln fahre ich meist allein meine Runden auf und ab und habe auch wenig Fantasie, der Menschheit meinen Blick aus der Achterbahn zu beschreiben. Die Loopings fallen zur Zeit eigentlich immer aus und dieses stetige Runden drehen ödet mich oft an. Somit war die Impfung für mich seit langem mal wieder eine echte eigene Entscheidung und eine ganz bewusste noch dazu.
Ich wurde auch von niemanden gedrängt, gezwungen oder verpflichtet. Und unter Druck gesetzt fühle ich mich schon gar nicht. Und das Wichtigste überhaupt, ich lebe immer noch und erfreue mich bester Gesundheit.

Und noch etwas vorab: ich habe diese Entscheidung ganz bewusst getroffen und war froh drum, endlich wieder etwas aktiv tun zu können. Denn nach Monaten ohne Möglichkeiten hatte ich die mir als Geburtsrecht gegebene Wahl mitzuentscheiden und das habe ich dann auch getan. Und ich habe es nicht getan, um bald wieder shoppen gehen oder in den Urlaub fahren zu können. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich lieber heute als morgen in den Urlaub will und mir dafür wirklich alles spritzen lassen würde. Nein, ich habe es getan, um gesund zu bleiben und meinen Lieben kein Risiko zu sein. Denn entgegen mancher Annahme, lebt keiner von uns allein auf dieser Welt und somit trage ich auch einiges an Verantwortung. Ich bin Teil einer Gesellschaft und habe auch noch das verdammte Glück, hier zu leben und so zu leben, wie ich lebe. Ein Lebens-Lottogewinner😊

Von Geburt an lernen wir verschiedene grundlegende Dinge, zum Beispiel: „Pass auf, wenn Du die Straße überquerst!“, oder „Wenn Du aus dem Flugzeug springen willst, nimm einen Fallschirm!“, oder „Die Mama hat immer Recht!“ und eben auch: „Wenn Dir etwas weh tut, geh zum Arzt!“. Diese Aussagen haben ganz viel mit Vertrauen zu tun. Die, die mir die Sätze gesagt haben, waren und sind meine Vertrauenspersonen und so habe ich Ihnen immer geglaubt. Noch heute schaue ich zuerst nach links und dann nach rechts, wenn ich die Straße überqueren will. Und ich springe definitiv nur mit Fallschirm, befestigt an einem Fallschirmspringer der professionellen Art, aus einem Flugzeug. Und ich gehe zum Arzt, wenn es mir schlecht geht. Kann also nicht ganz so falsch sein, auch mal zu vertrauen.

Und so habe ich immer noch das Vertrauen in all die Personen, die mich in meinem Leben begleiten. Und dazu gehören keine mir Fremden, die mir ihre Meinung im worldwideweb mit bunten Bildern und dick markierten Texten aufdrängen. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum seit März 2020 plötzlich so elementare Regeln, wie die obengenannten Dinge, nicht mehr gelten sollen. Wieso soll ich neuerdings zum Beispiel ohne Blick über die Straße gehen, weil ich mich für den Mittelpunkt der Erde halte? Wieso soll ich neuerdings lieber einen Influencer nach einer alternativen Fallschirmmethode fragen, wenn ich springen will? Wieso soll ich Fremden mehr Vertrauen, als denjenigen, die seit Jahrzenten bei mir Vertrauen aufgebaut haben und mir geholfen haben? Und wieso ist jetzt der Mediziner, der mich zu einer Impfung berät, der Handlanger des Teufels?

Was hat sich denn verdammte Axt geändert? Wir wohlstandsverwöhnten Deutsche sind zu großen Teilen erstmals mit einer Situation konfrontiert, die am besten als Katastrophe und Daseinsgefährung bezeichnet werden kann. Das sind wir echt nicht gewohnt und sind sicherlich mit der Situation auch geringfügig überfordert. Manche sicher mehr als Andere und andere wiederrum bewahren eher die Ruhe. Aber müssen wir deshalb Grundlegendes von einem Moment auf den anderen in Frage stellen und alles verteufeln? Das kann doch nicht die Lösung sein.

Das wir zum Arzt gehen, wenn wir krank sind und Medizin nehmen, die uns hilft, ist doch kein Neues Ding unserer Generation. Dieses Vertrauensthema existiert doch schon solange wir uns Zivilisation nennen. Und als es noch nicht die Möglichkeiten eines guten Studiums oder der Medikamente und auch Impfungen gab, ähnelte die Medizin tatsächlich noch eher dem Scharlatanismus als wirklicher Hilfe. Doch auch damals war aber das übergeordnete Thema, dass Hilfe gebraucht wurde und die Mehrheit auch helfen wollte. Ich will nichts beschönigen, damals wie heute gibt es immer die Minderheit, die das Bedürfnis nach Hilfe ausnutzt, aber es ist und bleibt die Minderheit.

Doch plötzlich gilt dies alles nicht mehr, weil auf Mitteilungsdiensten plötzlich und gesteuert ein paar Artikel rumgeistern, die zum Beispiel Bill Gates vorwerfen, die Menschheit ausrotten zu wollen um der Überbevölkerung entgegenzuwirken und die Weltherrschaft anzustreben.

Nun mal ehrlich, das ginge doch deutlich einfacher und schneller mit anderen Methoden. Ein bissl Gift ins Trinkwasser oder ein Druck auf den Roten Knopf im Pentagon und schon wäre das Thema relativ schnell erledigt, ohne solch eine Welle machen zu müssen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass die doch recht intelligenten Bill Gates dieser Welt es für eine gute und wirtschaftlich durchdachte Sache halten würden, alleine auf der Welt zu leben. Denn wer kocht und produziert nun das Essen und mehrt das eigene Geld. Ein blöder Kreislauf der Blödsinnigkeit. Und selbst wenn jetzt alle „Blinden“ sich impfen lassen und alle „Wissenden“ nicht, meint ihr da nicht, dass die Weltherrscher doch nochmal auf die Idee mit dem roten Knopf kommen? Aber weiter will ich auf diesen Schwachsinn auch gar nicht eingehen, denn der beschäftigt mich so gar nicht.

Ich jedenfalls gehe immer noch zum Arzt wenn es mir schlecht geht und ich nehme auch noch eine Pille, deren Zusammensetzung ich nicht kenne, wenn mir was weh tut. Und da ich dieses blöde Corona nicht haben will, habe ich mich auch impfen lassen. So wie ich mich auch habe impfen lassen für andere Krankheiten, angefangen bei den Pocken, damals in der DDR (okay, nicht die bewusst gefällte Entscheidung, aber ich trage sie bewusst). Ich habe mich auch noch aus anderen Gründen impfen lassen. Zum Beispiel gegen Gelbfieber, weil ich nach Malawi reisen wollte. Denn dort war es Bedingung, damit man diese Krankheit nicht ins Land trägt und verbreitet. Habe ich damals geforscht, welcher Impfstoff es war? Nein, ich habe nur nach der Impfung gefragt und wollte weder Gelbfieber bekommen, noch diese Krankheit in so ein wunderschönes Land tragen. 

Um die Gorillas nicht zu gefährden, habe ich 2011 sogar einen Tuberculin-Test machen lassen, der beinhaltet, dass mir Mykrobakterien-Kulturen unter die Haut gespritzt wurden. Und auch hier habe ich darauf vertraut, dass ich daraufhin nicht Tuberkulose bekomme, oder neumodischen 5G-Empfang und als Sklave der Reichen ende. Ziel war gefahrlos mit den Gorillas kuscheln zu können, also gefahrlos für die Gorillas. Und wenn ich das für Gorillas tu, dann ist es doch nicht zu viel verlangt, dies auch für seine eigene Familie in Betracht zu ziehen.

Und immer wenn ich Kopf, Rücken oder sonstiges Aua habe, nehme ich eine Schmerztablette und frage nicht erst tausend Meinungsbilder im worldwideweb, die ich gar nicht kenne. Sondern ich vertraue den Personen, die mir immer geholfen haben. Dafür haben die nämlich ein Leben lang studiert und sich darüber mein Vertrauen verdient. Könnte ich es besser, wäre ich jetzt Mediziner und nicht Regionalleiterin. Ich vertraue doch auch dem Ingenieur, der den Fahrstuhl gebaut hat, ohne im Internet nach einer gegenteiligen Meinung zu suchen. Und ich setze mich in ein Flugzeug, ohne die Konstruktionspläne vorher analysiert zu haben.

Und deshalb verstehe ich schlicht nicht, warum nicht alle so denken und dem Spuk ein Ende machen. Lasst uns mal wieder Verantwortung übernehmen und nicht nur an allem rummotzen. Sollte ich mich täuschen, könnt ihr mich direkt in der Hölle zur Verantwortung ziehen, denn dann sterben wir ja eh alle in den nächsten 14 Tagen. Aber ab wann laufen die 14 Tage eigentlich? Ich bin verwirrt. 

Aber ich schätze, so geht es vielen. Wie sollen wir auch hier durchblicken und uns sicher sein, dass wir das Richtige tun. Haben ja hier in Deutschland zumindest in meinen 46 Lebensjahren keine Erfahrungen mit echten Katastrophen gemacht. Da kann man schon mal verwirrt sein.

Und wenn wir schon keine echten Erfahrungen mit solchen Grenzsituationen und Katastrophen haben, so haben wir doch die Möglichkeit aus vergangenen zu lernen. Belest Euch zum Beispiel mal, wie der soziale Umgang mit z.B. der Pest war. Die Menschen damals haben nämlich ähnlich reagiert und leider auch komplett überreagiert. Es fanden sogar Progrome statt, wo Familien, Menschengruppen und auch Rassen getötet wurden in dem Aberglauben, dass sie Schuld an der Pest sind. Waren sie es? Nein, dass wissen wir jetzt, denn irgendwann gewann wieder das Vertrauen in die Wissenschaft die Überhand. Aber in der damaligen Welt herrschte Panik und so wurden Annahmen gemacht, die keine Grundlage hatten und es wurden Schuldige zuerst gesucht, statt einer Lösung zu vertrauen. Im Schuldige-suchen sind wir Menschen überhaupt schon immer richtig gut gewesen. Aber geholfen hat es noch nie. So wurde die Pest auch nicht dadurch ausgerottet, dass man zum Beispiel im Mittelalter ganze jüdische Gemeinden tötete, nur weil jemand behauptete, sie hätten das Trinkwasser vergiftet. Und soweit möchte ich für meinen Teil es nie wieder kommen lassen.

Lasst uns doch einmal aus der Geschichte lernen und zeigen, dass wir uns wirklich weiterentwickelt haben. Hört auf Todeslisten zu versenden oder solche Sender zu unterstützen. Damit zeigt ihr nur, wie furchtbar und schlecht der Mensch reagiert, wenn er in die Enge getrieben wird. Wenn ihr schon ständig etwas zur „Aufklärung“ lesen wollt, dann lest die Richtigen Dinge, hinterfragt Euch, die Auswirkungen Eures Handels und vertraut auf die Personen, denen ihr noch vor zwei Jahren vertraut habt und prüft, was Lösungen sind oder wo nur Schuldige gesucht werden. Zweites hilft keinem weiter.

Ich für mich kann nur sagen, ich gehe für mich bewusst ein Risiko mit der Entscheidung Pro Impfung ein und akzeptiere die Konsequenzen, aber ich tu es, um ein viel größeres Risiko für mich zu minimieren. Denn ich bin nicht alleine auf dieser Welt, ich habe Eltern, einen Mann, unsere Kinder, Freunde und Bekannte und ich habe noch so viel in meinem Leben vor. Und selbst das größte sich vorzustellende Arschloch, dass mir im Leben begegnet, möchte ich nicht bewusst durch mein Handeln einem Risiko aussetzen. So habe ich es auch bei den Gorillas gehandhabt und wenn ich dies einem Tier zugestehe, so ist es nur fair, dies auch jedem Menschen zuzugestehen.

Und wenn ich jetzt so meinen Impfpass anschaue, verbinde ich damit viele gute Dinge und Erlebnisse, aber vor allem meine Entscheidungen. Und wenn mir morgen jemand sagt, für eine Weltreise musst du dich gegen Dummheit impfen lassen, so bin ich die erste, die den Impfpass zückt und den Ärmel hochkrempelt. Nennt es ruhig naiv, dass ist mir egal. Denn ich fälle meine Entscheidungen immer noch nach Vertrauen und springe somit auch immer noch mit Fallschirm aus dem Flugzeug.

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