22. August 2022 – Mit gesenktem Kopf durch LA

Heute stand nun Hollywood und Co. auf unserer Agenda und damit wieder Autofahren, viele Menschen und die Suche nach dem Parkhaus, das uns charmant über die Ohren hauen würde. All das haben wir auch gefunden. Erstes Ziel war der Hollywood Blvd. mit dem Walk of Fame und dem Chinese Theatre.

Das erste Parkhaus assoziierte eine maximale Rate von 20$, was ja eigentlich vernünftig klang für diese Lage. Dass diese Maximalrate bereits nach 2 Stunden erreicht wird, haben wir da wohl überlesen. Und schon wieder eine Erfahrung gemacht. Und dann ging es raus auf den Walk of Fame und der erste Stern, den ich sah, war der von den Red Hot Chilli Peppers. In welchem Film haben die nochmal mitgespielt? Ach ja, hier haben ja Künstler aller Genre einen Stern und somit auch die Rockstars.

Wie alle anderen haben wir uns auch die Liste der Stars geladen und dennoch ließen wir uns treiben. Eigentlich laufen wirklich alle, alle Touristen auf diesem Boulevard mit gesenktem Kopf durch die Gegend, lesen die Namen und schießen gelegentlich ein Foto, wenn sie einen Treffer des eigenen Geschmacks erzielen. So auch wir. Ich habe keine Ahnung, wieso es hier Läden links und rechts der Straße gibt, denn keiner der Touristen schaut lange genug auf, um den Inhalt des Schaufensters zu sehen oder gar in einen Laden rein zu wollen. Völlig sinnlos, hier einen Souvenirshop zu betreiben, völlig sinnlos.

Das zweite Manko in dieser Straße ist die Verschwendung von toller Bausubstanz. Denn wenn man doch mal einen Blick hinauf schweifen lässt, sieht man die eigentlich tollen Bauten im Stile des Art Deco. Leider stehen viele Gebäude leer oder verkommen langsam unter der Last der Jahre. So glänzen nur die Neubauten und die beiden Scientology-Gebäude. Überhaupt hat man hier das Gefühl, der Glanz der alten Hollywood-Zeiten ist vorbei. Die Stadt und gerade hier der Boulevard ist voller Obdachloser, die an irgendeiner Stelle aus den verschiedensten Gründen lost gegangen sind. Der Geruch, der einem mit gesenktem Kopf begleitet, ist der von einer wilden Mischung aus Urin und Gras und glaubt mir, dass motiviert zum schneller gehen. Überhaupt riecht es in Kalifornien seit der Legalisierung überall nach Gras und ich gewöhne mich nie daran.

Während wir also zügigen Schrittes unsere Helden des Films suchten, offenbarten sich unsere unterschiedlichen Geschmäcker. Ich stehe so auf die Klassiker, also Meryl, Elisabeth, Fred und Frank. Georg freut sich über die Comichelden und Pini hat es auf Marvel-Helden abgesehen. Swen suchte eigentlich nur sein Körperdouble, Dwayne THE ROCK Johnson und fand es dank der Liste auch. Ist schon lustig, wie man mit unterschiedlichen Brillen durch die Welt schreiten kann und jeder hat seinen Spaß.

Fakt ist jedoch, nach dem Stern von Brad Pitt suchte ich vergeblich. Und dabei hätte ich ihm scheinbar, trotz der Gerüche und dem Dreck, einen Kuss gegeben und gekuschelt. Aber mein Brad hat keinen Stern. Aber ich schätze, dass lag nicht am fehlenden Angebot, sondern der Tatsache, dass sich der schöne Brad einfach nicht von einem Hund oder so anpinkeln lassen wollte. Kann ich ehrlich gesagt verstehen. Der Leonardo di Caprio hat ja schließlich auch keinen und tut wohl immer noch dumm wegen der vielen missglückten Oskar-Chancen.

Irgendwann jedenfalls hatten wir Nackenschmerzen vom Blick hinab und hoben mal wieder unseren Kopf. Nun sahen wir auch die vielen Souvenirläden und die sehr vielen durchgeknallten Leute. Einige erzählten über Lautsprecher, was ihnen wohl politisch oder persönlich auf den Zeiger geht. Andere sahen einfach nur crazy aus. Und wir sahen auch das erste mal das Hollywood Sign hoch über uns und damit stand das nächste Ziel fest.

Also ab in die Hollywood Hills, nachdem wir die Maximalrate im Parkhaus gelöhnt hatten. Zuerst wollten wir einfach so durch die Straßen düsen und uns ein bissl an den tollen Villen am Berg ergötzen. Ein bissl reiche Luft schnuppern nach dem Urin-Gras-Gemisch tat gut und reinigte die Lungen. Aber die Zäune waren alle, trotz unserer vierstöckigen Räuberleiter zu hoch und so blieben wir das was wir waren: Touristen im Mietwagen, die die Straßen abfuhren und sich rote Nasen an den Fensterscheiben des Autos holten.

Jetzt hieß es Anlauf nehmen auf das Hollywood Sign. Doch wie kommt man hin? Wir wählten einfach mal einen Weg gen Himmel und cruisten so um den Berg. Allerdings recht erfolglos. Denn entweder war die Sicht versperrt, oder es gab keine Möglichkeiten zum Halten. Aber irgendwann waren auch wir auf der richtigen Straße und fanden eine Parklücke am Lake Hollywood Park und hatten somit unverbaute Sicht auf das Sign. Haben schon überlegt, solch ein Zeichen auf unser Hausdach zu stellen, denn auch in Hartmannsdorf werden regelmässig Filme gedreht. Und vielleicht wäre das eine neue Geschäftsidee:

„Sehen Sie sich das einzigartige Hartiwood Sign an.
Eintritt nur 50€ inklusive Parkplatz bei den Nachbarn“

Liebe Nachbarn, wir teilen natürlich ganz fair :).

Swen war ganz romantisch und hatte uns hier ein tolles Picknick organisiert mit Sonnenschirmen, einem toll gedeckten Tisch und der Aussicht auf das Hollywood Sign. Naja, meine Fantasie dreht wohl gerade durch, denn natürlich war der Picknicktisch nicht für uns gedacht. Aber man kann ja mal träumen.

Danach wollten wir nur mal schnell noch einen Strand sehen und pickten uns Santa Monica aus der großen Auswahl an Stränden heraus. Haben läppische 1,5 Stunden gebraucht um hinzukommen und hatten dann erstmal ganz großen Hunger, der nur schnell durch ungesunde Burger in einem Diner befriedigt werden konnte. Das Gefahre hier durch die Automassen ist echt anstrengend und es vergeht keine Stunde, wo wir uns nicht in die Natur zurücksehnen. Da hilft auch kein wunderschöner Strand, wenn hunderte Auto’s an ihm parken. Deshalb ging es für uns heute geschafft zurück ins Hotel, wo uns dann eine Überraschung erwartete.

Vor unserem Zimmer war ein riesiger Wasserfleck auf dem Teppich, der mir irgendwie neu vorkam. Als wir dann die Tür öffneten, war auch im Flur dieser Wasserfleck auf den Fliesen. Was ist hier passiert? Also runter an die Rezeption und dem Gefühl Ausdruck verleihen. Naja, über uns ist so eine schöne Suite mit Jakuzzi und allem drum und dran und irgendwie hat der Bewohner dieser Suite wohl gedacht, dass Wasser lassen wir einfach mal laufen, fließt ja so schön ab. Bekanntlich fließt Wasser immer nach unten ab und da war halt unser Zimmer. Also alles nass. Der Facility Manager kam gleich nochmal mit Sauger und Handtüchern vorbei und offensichtlich hatte er schon den ganzen Tag vor unserer Tür gesaugt und gepustet. Inzwischen war Gott-sei-Dank nur noch die Luft feucht und die Decke, aber es schwamm nichts mehr.

Man bot uns dann ganz freiwillig auch den Umzug in ein anderes Zimmer an. Da wir ja eh bald abreisten und das Problem nicht annähernd so schlimm wie im Bryce Canyon war, lehnten wir ab und bekamen dafür eine geldliche Entschuldigung. Auch schön, damit können wir dann in Las Vegas zocken. Das erstaunlichste war jedoch die Freiwilligkeit des Angebotes und die Tatsache, dass der Facility Manager nicht mit einem Zauberspray um die Ecke kam. Wir waren also zufrieden und konnten wiedermal müde ins Bett fallen.

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