Nun ist es offiziell: Der Urlaub ist vorbei und ich schreibe den letzten Blogeintrag unserer Reise nach Madeira. Erst einmal vielen lieben Dank an Euch Leser, Schauer und Begleiter. Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr mitgereist seid und möchte euch für die vielen lieben Nachrichten, egal auf welchem Wege, bedanken. Es ist mir immer eine Freude Reiselust zu verbreiten und wenn es Euch gefallen hat, dann lest mal in die vergangenen Reisen hinein, folgt mir, lest auch mein Buch „Mit Ohne geht es auch“ oder schreibt ein Feedback. Ich freue mich über alles von Herzen. Und wenn es Euch nicht gefallen hat, scrollt bitte einfach weiter.
Den letzten Artikel möchte ich dazu nutzen, noch einmal meine Begeisterung für Madeira in Worte zu fassen. Die Insel hat uns gefangen genommen und eines steht schon jetzt fest: Wir kommen garantiert wieder!
Es waren unglaubliche zwei Wochen, die trotz aller Erlebnisse viel zu kurz waren. Dennoch möchte ich nicht nur in Wehmut schwimmen, sondern diesen Blogeintrag auch für die kleinen, witzigen, interessanten Themen nutzen. Und deshalb gibt es nun:
Outtakes, die Pannen und Geschichten, die es noch nicht hier rein geschafft hatten.
Learnings, alles was man vielleicht noch wissen sollte, wenn man hierher fährt.
Und unser persönliches Best Of der letzten 2 Wochen.
Fangen wir mal mit den Outtakes an und damit gleich mit unserem letzten vollen Tag auf der Insel. Den haben wir einfach nur genossen und sind durch sämtliche Pools geschwommen. Also auf dem Dach, im Untergeschoss und in den Whirlpools des Hotels. Also Pools können die Hotels von Madeira offensichtlich und kompensieren damit die fehlenden Sandstrände in jedem Ort.
Und lasst mich mal die Farbe unserer Vorderseiten, also die der Erwachsenen, freundlich mit einem knalligen Kirschrot mit leichten Tendenzen zum Pink nach diesem Badetag umschreiben. Die Pools im Untergeschoss möchte ich mal in Schutz nehmen, da wir dort keinerlei Sonneneinstrahlung hatten. Aber offensichtlich schützen leichte Sonnensegel auf dem Dach nicht vor einem ordentlichen Sonnenbrand.
Am Abend hat dann Porto Moniz extra eine Festwoche für unsere Verabschiedung eröffnet. Sie nennen es zwar offiziell die Woche des Meeres, aber auch nur weil die Namensgebung ansonsten zu kompliziert geklungen hätte. Dabei wäre eine „Até à vista Swen, Georg und Dani“ auch ganz nett gewesen. Es gab Live-Musik auf einer großen Bühne, eine Blaskapelle, mehrere Schausteller und reichlich zu essen und zu trinken. Alle Getränke waren stark Poncha-lastig und es gab sie in allen Geschmacksversionen und in allen Größen von „ich koste mal nur“-Gläschen bis „Es ist für die ganze Familie“-Karaffen. Wir haben es nicht geschafft, alle Geschmacksvarianten durchzuprobieren. Bei dem Versuch hätten wir garantiert unsere Muttersprache verloren und danach vielleicht fließend portugiesisch gesprochen.
Noch besser fanden wir das Essen. Denn hier wird mal gleich das halbe Schwein und das ganze Huhn auf den Grill gelegt. Uns haben es die Sparerips angetan und ich lecke mir immer noch die Finger danach, so lecker war es. Das ist auf dem Grill wahrlich kein Schnelldreher wie so eine Thüringer Bratwurst, aber hier ist eh alles etwas gemütlicher und damit kann ich mich gut anfreunden, während ich mit tropfendem Zahn auf die Rippchen warte.
Natürlich gab es auch andere Leckereien, wie z.B. meinen Erdbeer Caipirinha. Der war so gut gemeint, dass ich danach die weiße Fahne schwenkte, was den Alkohol anging. Wir setzten uns auf die Treppen Richtung Meer und genossen die untergehende Sonne und die Volksfeststimmung.
Doch eines von diesem letzten Abend muss ich hier noch anbringen, wobei ich nicht sicher bin, ob es zu den Outtakes oder den Learnings gehört. In Deutschland kann man sich ja sicher sein, dass, wenn man sein Kind zum Bierholen losschickt, es maximal mit einer Limo zurückkommt. Und das ist auch gut so. Hier wollte unser Sohnemann unbedingt seinem Papa ein letztes Bier holen, was übrigens in der kleinen Version nur 1 € kostet, weil wir gerade so schön im Abschieds- und Genießermodus waren. Mit dem Wissen, dass dies eh nichts wird, ließen wir ihn gewähren und er zog los. Wieder kam er mit einem großen Bier, denn die einzige Nachfrage am Stand, wenn ein Elfjähriger nach Bier fragt, war: „small or large?“. Fakt ist, wir saßen dadurch noch etwas länger auf der Treppe und schauten noch etwas länger auf das Meer und die riesigen Wellen.
Und noch ein Outtake/Learning: Vergessene Brötchen im Auto im Parkhaus am Flughafen sind insofern kein Verschrottungsgrund für das Auto, wenn man selbige vor dem Vergessen im Auto in Alufolie einwickelt. Auch nicht bei fast 3 Wochen Lagerung und auch nicht, wenn es Hochsommer ist. Ein Hoch auf die Alufolie, wobei wir nicht geschaut haben, was unter der Alufolie so mit unseren Brötchen abging. Ich hatte noch das Gefühl von Schimmel auf den Lippen und keinen Bedarf hier ganze Lebensformen einer neuen Galaxie zu entdecken.

Outtake Nr. 3: Ich hatte es versucht zu verheimlichen, aber der Familienrat hat beschlossen, dass auch ich Fehler zugeben muss (solange sie keine Rechtschreibfehler sind). Ich lobe ja gelegentlich, ganz selten, meine Tetris-Packkünste und dass ich die Einzige bin, die noch weiß, wo was liegt. Was grundsätzlich so auch stimmt. Nur ein klitzekleiner Fauxpax ist mir passiert und seither muss ich mir das in Dauerschleife anhören. Ich habe in der ersten Unterkunft alle Schlüpfer und Socken meines Mannes vergessen. Und nur aufgrund der Tatsache, dass er nochmal einen Kontrollgang machte, was er sonst nie macht, hat er es mitbekommen. Nun blieben mir folgende Strategien des Abstreitens: 1. das war mein Plan, damit er künftig immer die Kontrollgänge übernimmt und vielleicht auch das Packen. Oder 2. das war mein Plan, damit er auf Madeira mit Freikörperkultur einfach mal beschwingt durch den Urlaub wandelt.
Beide Varianten wurden nicht akzeptiert und deshalb muss ich hier zugeben: Ja, ich habe mal was vergessen.
Outtake Nr. 4 auch vom letzen Tag ist schnell berichtet. Es wird nämlich nach unserer schon bestehenden Liebe zu den Azoren und Lissabon und Porto und unserer neu erblühten Liebe zu Madeira endlich Zeit, portugiesisch zu lernen. Dann passieren einem auch nicht so blöde Fehler, das man einen „Copo de Leite“ als Milchkaffee deutet und schlussendlich vor einer heißen Milch sitzt. Da es von uns beiden kein Lieblingsgetränk mehr ist, seitdem wir den Kindergarten verlassen haben, bestellten wir noch schnell zwei Espressi dazu und mixten uns schnell unseren Latte selber.
Learnings hatten wir ja schon einige, wie zum Beispiel das tolle Tunnelsystem von Madeira vs. der Serpentinen-Übelkeit. Selten so eine ausgeklügelte Infrastruktur gesehen. Oder die vielen Learnings zu den Time Slots bei den Wanderungen auf Madeira.
Aber eines hätte ich auf jeden Fall noch. Nämlich das hier das schön Wetterfahren belohnt wird. Hier gibt es nämlich ganz offiziell die Schönwetterregelung bezüglich der Geschwindigkeitsangaben. Wenn das folgende Schild zu sehen ist, darf man ganz offiziell 10 km/h schneller als auf den Schildern fahren. Bei Regen hat man sich einfach an die Schilder zu halten. Das finde ich soviel besser, weil optimistischer, als in Deutschland. In Deutschland zieht man bei Regen gleich mal was ab, aber das schöne Fahrerwetter spielt keine Rolle. Hier habe ich das Gefühl, dass das schöne Wetter gefeiert wird. Irgendwie gefällt mir die Sichtweise halt. Allerdings muss ich zugeben, dass wir hier meist eher unter der ausgewiesenen Zahl geblieben sind, um die Straßen und Aussichten einfach besser genießen zu können, oder um sicher zu gehen, dass wir das Auto in einem ganzen Stück wieder bei der Autovermietung abgeben können.

Wenn wir schon bei dem Thema Auto angekommen sind, würde ich gerne noch eines erwähnen. Es gibt auf Madeira kein einziges Auto ohne Kratzer oder Schramme. Das ist schlicht eine Tatsache. Doch sie führt offensichtlich dazu, dass unendlich viele Videos von extrem engen und steilen Straßen in den sozialen Medien zu finden sind. Das wiederum führt dazu, dass viele hier entweder gar nicht erst ein Auto mieten, oder die Angst auf der Beifahrerseite sitzt und sich am Angstgriff festhält. Ich kann allerdings für mich resümieren, dass mindestens 90% der Straßen einfach nur toll zu fahren sind. Die Infrastruktur ist wirklich hervorragend ausgebaut. Und natürlich gibt es die 10% die einen dazu bringen, dass man hier auf Madeira vielleicht nicht gerade die Führerscheinprüfung ablegen möchte. In den kleinen Orten gibt es extrem enge und steile Straßen, und manches Parkhaus, wie auch von mir beschrieben, erfüllt nicht ganz das persönliche Bedürfnis nach reichlich Platz. Doch wenn man all das mit einer gewissen Urlaubsruhe langsam angeht, dann ist auch das zu bewältigen. Wer jedoch in Deutschland schon beim Anfahren am Berg bei einer 2% Steigung scheitert, sollte vielleicht die vielen tollen Mitfahrgelegenheiten nutzen, von Uber über Busse bis hin zu Agenturen für die Ausflüge. Nur so schlimm, wie es Insta, FB und Co. darstellen, ist es bei weitem nicht.
Ach da hätte ich noch ein Learning: Wenn sie dich bei der Autovermietung fragen, ob Du, als Ehefrau, nicht auch als Fahrer gemeldet werden willst, sag ganz zwingend „Nein“. Und das empfehle ich nicht wegen der Straßenverhältnisse, sondern nur so kannst du unterwegs all die leckeren Köstlichkeiten der regionalen Getränkeküche ausprobieren.
Und noch ein letztes Learning aus unserer Erfahrung. Die Insel sieht zwar überschlägig betrachtet überall gleich aus: Grün, Berge, Meer und Sonne. Jedoch können wir bestätigen, dass die Wahl von zwei Unterkünften, einmal bei Calheta im Süden und dann in Porto Moniz ganz im Nordwesten eine gute Wahl war. Zwischenzeitlich fragten wir uns sogar, ob wir nicht zufällig die Insel gewechselt haben, da die Eindrücke ganz unterschiedlich waren. In unserem Fall würden wir sogar noch einen dritten oder vierten Standort im Osten und im Zentrum wählen. Jede Ecke von Madeira hat ihre eigenen Reize und eine völlig unterschiedliche Ausstrahlung und jede Ecke ist einen Besuch wert. Ein Kurzbesuch vom Kreuzfahrtschiff kann einfach all das nicht ersetzen und würde dieser Insel nicht gerecht werden. Maximal als Appetizer würde ich es gelten lassen.
Und abschließend komme ich zu unseren Best Of. Immer am letzten Urlaubsabend stellen wir uns die Frage: „Was war dein schönstes Ferienerlebnis“. Einerseits um nochmal alle Erinnerungen an die letzten Wochen, die sehr ereignisreich waren, aufleben zu lassen und andererseits, um das Erlebte auch einfach nochmal wertzuschätzen. Sozusagen eine interfamiliäre Feedbackrunde. Da wir uns generell nicht auf nur ein schönstes Erlebnis festlegen können, darf jeder soviele Dinge nennen, wie er mag. Und dieses Mal fiel es uns echt schwer, uns auf nur 3-4 Dinge festzulegen.
Also fangen wir mal mit einer Last-Minute-Erinnerung an, die gleichzeitig zeigt, wie schön entspannt und relaxt es hier auf der Insel zugeht. Wenn man nämlich von Madeira wieder wegfliegen muss, und ich sage bewusst nicht „will“, dann macht der Flughafen einfach alles richtig, um einen mit einem breiten Grinsen fliegen zu lassen.
Im Boardingbereich gibt es nämlich eine Außenterrasse Richtung Start- und Landebahn. Hier kann man – mit der Gewissheit die Landung auf Madeira wohlbehalten überstanden zu haben – die nun landenden Flugzeuge mit ihren gegebenenfalls notwendigen Extrarunden beobachten und darüber schmunzeln, wie angespannt man selber die Landung erlebt hat. Und auf dieser Außenterrasse stehen diese kleinen Bars wo man eine letzte Pina Colada aus der Ananas genießen kann. Solch einen Abschluss mit einem Strohhalm im Mund, dem Gefühl von Urlaub auf der Zunge und einem Schirmchen auf der Ananas ist wahrlich der perfekte Abschluss eines perfekten Urlaubs.
Und darüber hinaus waren wir uns in der Familie völlig einig, was unsere Best Of waren, die ich hier nochmal mit den schönsten Fotos und den Links zu den jeweiligen Blogartikeln unterlege:
Das Whalewatching von Calheta aus.
Unser Tag voller Adrenalin auf der Zipline und der Mega-Schaukel.
Die Wanderung durch den Fanal-Wald.
Die Wanderung auf dem Pico do Arieiro inklusive dem Roadtrip über den Norden.
Die Wanderung auf der Halbinsel Ponta de São Lourenço.
Unser Citytrip Porto (6.-8. Juli).
Und trotz oder wegen dieser tollen Erlebnisse sind wir dennoch mit dem Gefühl nach Hause geflogen:
„Wir sehen uns wieder, bald!“




































































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